THE UNIVERSITY

OF ILLINOIS LIBRARY

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L161— 0-1096

61. Heft. (IV. 228.)

Preis Mk. 15.80..

Das - .

Pflanzenreich

Regni vegetabilis' conspectus

Im Aufträge der Königl. preuss. Akademie der Wispenscliaften

herausgegeben von

A. Engler

IV. 228

Umbelliferae - Saniculoideae

mit 198 Einzelbildern in 42 Figuren und einer Doppeltafel

von

Hermann Wolff

Ausgegeben am 16. Dezember 1913

Leipzig und Berlin Verlag von Wilhelm Engelmann 1913

Yerlag Yon Wilhelm Engelmann in Leipzig und Berlin

Das Pflanzenreich

Regni vegetabilis conspectus

Im Aufträge der Königl. Freussisolien Akademie der Wissenschaften herauBgegebeu von A. Engler. Lex. 8.

1 (IV.

2 (IV.

3 (IV.

4 (IV.

5 (IV.

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8 (IV.

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Bis jetzt erschienen folgende Hefte:

45.) Mnsaceae mit 62 Einzelbildern in 10 Figg.) von K. Schumann» Jl 2.40. 8. u. 10.) Typhaceae u. Sparganiaceae (mit 51 Einzelbildern in 9 Figg.) von P. Graebner. Ji 2.—.

Pandanaceae (mit 193 Einzelbildern in 22 Figg., darunter 4 Vollbilder) von 0. Warburg. M 5.60.

Monimiaceae (mit 309 Einzelbildern in 28 Figg.) von Janet Perkins und E. Gllg. Jl 6. .

75 u. 76.) Bafflesiaceae (mit 26 Einzelbildern in 13 Figg.) und Hydnora- ceae (mit 9 Einzelbildern in 5 Figg.) von H. Graf zn Solms>Lanbach.

Jl 1.40.

Symplocaceae (mit 65 Einzelbildern in 9 Figg.) von A. Brand. Jl 5. . Naiadaceae (mit 71 Einzelbildern in 5 Figg.) von A. B. Bendle. Jl 1.20. Aceraceae (mit 49 Einzelbildern in 14 Figg. u. 2 Verbreitungskarten) von F. Pax. M 5. .

Myrsinaceae (mit 470 Einzelbildern in 61 Figg.) von C. Mez. Jl 23. . Tropaeolaceae (mit 91 Einzelbildern in 14 Figg.) von Fr. Bnchenan.

Jl 1.80.

Marantaceae (mit 137 Einzelbildern in 23 Figg.) von K. Schumann.

Jl 9.20.

OrchidaceaC'Pleonandrae (mit 157 Einzelbildern in 41 Figg.) von E. Pfltzner. Jl 6.80.

Eriocanlaceae (mit 263 Einzelbildern in 40 Figg.) von W. Rnhland.

Jl 14.80.

Cistaceae (mit 179 Einzelbildern in 22 Figg.) von W. Grosser. Jl 8.20. Theophrastaceae (mit 49 Einzelbildern in 7 Figg.) von C. Mez. Jl 2.40. 14, 15, 16.) Schenchzeriaceae, Alismataceae, Bntomaceae (mit 201 Einzel- bildern in 33 Figg.) von Fr. Bnchenan. Jl 5. .

Lythraceae (mit 851 Einzelbildern in 59 Figg.) von E. Koehne. Jl 16.40. Taxaceae (mit 210 Einzelbildern in 24 Figg.) von B. Pilger. Jl 6.20. Betnlaceae (mit 178 Einzelbildern in 28 Figg.) und 2 Verbreitungs- karten) von H. Winkler. Jl 7.60.

Zingiberaceae (mit 355 Einzelbildern in 52 Figg.) von E. Schumann.

Jl 23.-.

Araceae*Pothoideae (mit 618 Einzelbildern in 88 Figg.) von A. Engler.

Jl 16.50.

Primnlaceae (mit 311 Einzelbildern in 75 Figg. und 2 Verbreitungs- karten) von F. Pax und B. Knnth. Jl 19.20.

Halorrhagaceae (mit 196 Einzelbildern in 36 Figg. von jAnton K. Schindler. Jl 6.80.

Aponogetonaceae (mit 71 Einzelbildern in 9 Figg.) von E. Erause mit Unterstützung von A. Engler. Jl 1.20.

Jnncaceae (mit 777 Einzelbildern in 121 Figg.) von Fr. Bnchenan.

Jl 14.20. 1 Verbreitungs- Jl 6.80. von A. Brand. Jl 10.20.

.2570.) ScrophnIarlaceae-Antirrhinoideae*Calceolarieae (mit 142 Einzel- bildern in 21 Figg.) von Fr. Eränzlin. Jl 6.40.

Erythroxylaceae (mit 297 Einzelbildern in 32 Figg.) von 0. E. Schulz.

Jl 8.80.

Styracaceae (mit 191 Einzelbildern in 18 Figg.) von J. Perkins. Jl 5.60. Potamogetonaceae (mit 221 Einzelbildern in 36 Figg.) von P. Ascher- son und P. Graebner. Jl 9.20.

Fortsetzung auf der dritten Umscblagseite.

9.)

101.)

242.)

12.)

163.)

236.)

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30.)

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236a)

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23 B.)

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13.)

36.)

112.)

250.)

Droseraceae (mit 286 Einzelbildern in 40 Figg. und karte) von L. Diels.

Polemoniaceae (mit 207 Einzelbildern in 39 Figg.)

134.)

241.)

11.)

Das Pflanzenreicli (Fortsetzung)

32 (IV. 60. II. B, 7.) Orchidnceae>Monandrae-Coelo^jnlnae (mit 294 Einzelbildern

in 64 Figg.) von E. Pfltzer und Fr, Kränzlin. Jl 8.40.

33 (IV. 38. III. 11.) Liliaceae-Asphodeloideae- Aloineae (mit 817 Einzelbildern in

141 Figg. und 1 Tafel) von A. Berger. M 17.60.

34 (IV. 110.) Sarracenlaceae (mit 43 Einzelbildern in 10 Figg. und 1 Doppeltafel)

von J. M. Macfarlane. Ji 2.40.

36 (IV. 278.) Stjlidiaceae (mit 200 Einzelbildern in 26 Figg.) von J. Mlldbraed.

Jt 6.—.

36 (IV. 111.) Nepenthaceae (mit 95 Einzelbildern in 19 Figg.) von J. M. Macfarlane,

Ji 4.60.

37 (IV. 23jB.) Additamentam ad Araceas-Pothoideas von A. Engler, Araceae-

Monsteroideae von A. Engler und K. Krause, Araceae-Calloideae von K. Krause (mit 498 Einzelbildern in 60 Figg. und 1 Tafel) Jl 8.40.

38 (IV. 20.) Cyperaceae Caricoideae (mit 981 Einzelbildern in 128 Figg.) von

Georg Küken thal. Jl 41.20.

39 (IV. 83.) Phytolaccaceae (mit 286 Einzelbildern in 42 Figg.) von Hans Walter,

Jl 7.80.

40 (IV. 101.) Papaveraceae - Hypecoideae et Papaveraceae - Papaveroideae (mit

532 Einzelbildern in 43 Figg.) von Friedrich Fedde, Jl 21.60.

( (IV. 66 a.) Garryaceae (mit 26 Einzelbildern in 5 Figg.) i, J ( IV. 220 a.) Nyssaceae (mit 38 Einzelbildern in 4 Figg.)

\ (IV.220b.) Alangiaceae (mit 47 Einzelbildern in 6 Figg.)

( (IV. 229.) Cornaceae (mit 193 Einzelbildern in 24 Figg.)

42 (IV. 147.) Enphorbiaceae- Jatropheae (mit 155 Einzelbildern in 46 Figg.) von

F, Pax, M 7.40.

43 (IV. 228.) Umbelliferae-Apioideae-Bupleurum, Trinia et reliquae Ammineae

heteroclitae (mit 155 Einzelbildern in 24 Figg.) von Hermann Wolff,

Jl 10.80.

44 (IV. 147 II.) Enphorbiaceae -Adrianeae (mit 151 Einzelbildern in 35 Figg.) von

F, Pax, Jl 5.70.

45 (IV. 60. II. B. 21.) Orchidaceae-Monandrae -Den drob iinae Pars I. Genera n.

275 277 (mit 327 Einzelbildern in 35 Figg.) von Fr, Kränzlin, Jl 19.20.

46 (IV. 94.) Menispermaceae (mit 917 Einzelbildern in 93 Figg.) von L,Diels, ..^17.40.

47 (IV. 147. III und IV. 116.) Enphorbiaceae -Clnytieae (mit 144 Einzelbildern in

35 Figg. unter Mitwirkung von Käthe Hoffmann) von F, Fax, Cephiuotaceae (mit 24 Einzelbildern in 4 Figg.) von J, M, Macfarlane,

Jl 7.20.

48 (IV. 23 C.) Araceae-Lasioideae (mit 415 Einzelbildern in 44 Figg.) von A, Engler,

Jl 6.60.

49 (IV. 101. Nachträge.) Mouimiaceae (Nachträge) (mit 112 Einzelbildern in 15 Figg.)

von J, Ferkins, Jl 3.60.

50 (VI. 50. II. B. 21.) Orchidaceae-Monandrae-Dendrobiinae. Pars II. Genera n.

278 279 (mit 250 Einzelbildern in 35 Figg.) und (IV. 50. II. B. 23.) Orchidaceae-Monandrae-Thelasinae Genera n. 280 et 280a (mit 103 Ein- zelbildern in 5 Figg.) von Fr, Kränzlin. Jl 11.60.

51 (III) Sphagnales-Sphagnaceae (Sphagnologia universalis) (mit 1442 Einzelbildern

in 85 Figg.) von C, Warnstorf, M 27.50.

52 (IV. 147. IV.) Enphorbiaceae-Gelonieae (mit 40 Einzelbildern in 1 ^

11 Figg.) I von F. Pax

(IV. 147. V.) Enphorbiaceae-Hippomaneae (mit 252 Einzelbildern i ji 18.30. in 58 Figg.) J

53 (IV. 129.) Geraniaceae (mit 427 Einzelbildern in 80 Figg.) von B,'Kunth, Jl 32. .

54 (IV. 277 u. 277a.) Goodeniaceae und Brnnouiaceae (mit 266 Einzelbildern in

35 Figg.) von K, Kranse, Jl 10.80.

55 (IV. 23 Da.) Araceae-Philodendroideae-Fhilodendrae von A, Engler und K,

Krause, Allgemeiner Teil, Homalomeninae und Scblsmatoglotti- dinae (mit 678 Einzelbildern in 77 Figg.) von A, Engler, Jl 6.80.

56 (IV. 47.) Cannaceae (mit 80 Einzelbildern in 16 Figg.) von Fr. Kränzlin, Jl 4. .

57 (IV. 147. VI.) Enphorbiaceae-Acalypheae-Chrozophorinae (mit 116 Einzelbildern

in 25 Figg.) unter Mitwirkung von Käthe Hoffmann von F, Pax,

Jl 7.20.

58 (IV. 147.) Enphorbiaceae -Porantheroldeae et Bicinocarpoideae(,(Enphorbia-

ceae-Stenolobeae) (mit 89 Einzelbildern in 16 Figg.) von G, GrUning,

M 5.—.

59 (IV. 251.) Hydrophyllaceae (mit 178 Einzelbildern in 39 Figg.) von A, Brand,

Jl 10.60.

60(IV. 23Db.) Araceae-Fhilodendroideae-Philodendreae von A, Engler und K. Kranse und Fhilodendrinae (mit 553 Einzelbildern in 45 Figg.) von K, Kranse, Jt 7.30.

von Walther Wangerin,

Jl 9.20.

Verlag von WILHELM ENGELMANN in Leipzig und Berlin

Lehrbuch der Biologie

für Hochschulen

von

M. Nnßbaum, G. Karsten, M. Weber

Mit 186 Abbildungen im Text

XI, 529 S. Gr. 8. Geheftet M 12. ; in Leinen geh. Jl 13.25

Das Buch ist sehr anregend und inhaltreich.

Naturwissenschaftliche Wochenschrift.

Abschließend sei nur noch gesagt, daß das ganze Buch einen guten Be- griff von dem Stand der modernen biologischen Forschung gibt und also mit Vorteil benutzt werden wird. Zeitschrift für Botanik.

Die Darstellung ist außerordentlich anregend und lebendig.

.... Mit Abbildungen ist das Lehrbuch reichlich versorgt, unter ihnen, besonders im pflanzenbiologischen Abschnitt, zahlreiche und vorzüglich ausge- führte Originale. Zentralblatt für Normale Anatomie und Mikrotechnik.

Dies Lehrbuch besteht aus zwei Hauptteilen: einer Darstellung der experi- mentellen Morphologie und einer Biologie der Tiere und Pflanzen. Die erste, von Nußbaum bearbeitete Abteilung gibt die Tatsachen aus verschiedenen Abschnitten der Entwicklungsmechanik locker aneinandergereiht wieder. Kar- stens Übersicht der pflanzlichen Biologie zeichnet sich durch äußerst klare Disposition und Darstellung aus, während an Webers Bearbeitnng der tierischen Biologie vor allem die Fülle der zusammengetragenen und gesichteten Tatsachen

erfreut Auch dieses Buch ist ein erfreuliches Symptom dafür, wie die

lange getrennt marschierenden Schwesterwissenschaften Zoologie und Botanik jetzt immer mehr sich wechselseitig durchdringen und zu einer einheitlichen Biologie verschmelzen. Münchener Medixinische Wochenschrift.

. . . dieses wissenschaftliche Lehrbuch, das sich jedenfalls viele Freunde erwerben wird. Die Namen der Autoren bürgen für die wissenschaftliche Höhe des Gebotenen. Unsere Welt.

The result is a work of unusual value.

Nature.

Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig.

Digitized by the Internet Archive in 2016

https://archive.org/details/pflanzenschutzim4228land

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Das

Pflanzenreich

Regni vegetabilis conspectus

Im Aufträge der Königl. preuss. Akademie der Wissenschaften

herausgegeben von

A. Engler

IV. 228

U mbelliferae- Apioideae- Bupleurum, Trinia et reliquae Ammineae heteroclitae

mit 155 Einzelbildern in 24 Figuren

' von

Hermann Wolff

Ausgegeben am 2. August 1910

Leipzig

Verlag von Wilhelm Engelmann 1910

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Ümbelliferae-Apioideae-Ammineae

HETEROCLITAE

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Mermann Wolif.

(Gedruckt im Februar Juni 1909.)

Wichtigste Litteratur: Systematik. Hoffmann, Gen. umb. [ed. 1. (1814)]; ed. 2. (1816) 112 116*). Chamisso et Schlechtendal in Linnaea I. (1 826) 394. A. P. De Candolle in DG. Prodr. IV. (1 830) 98, 103, 1 27, 1 34— 1 35. Endlicher, Gen. pl. (l 836—40) 768, 772, 773. Sonder in Harvey and Sonder, Fl. cap. II. (1 862) -524. Bentham in Bentham et Hooker f. Gen. pl. I. 2. (1867) 886 887, 1 008. Bolle in Verh. bot. Ver. Prov. Brandenbg. III. u. IV. Jahrg. 1 861 1 862 (1862) 1 71. Baillon, Dict. bot. I. (1 876) 521; 111. (1 891) 53, 69, 251, 735; Hist. pl. VII. (1 880) 223—226. Stapf in Denkschr. Acad. Wien LI.’ (1 886) 3 1 6. Drude in Engler u. Prantl, Pflzfam. III. 8. (1 898) 1 78 1 83

Morphologie und Anat omie. Klausel!, Über die Morphologie u. Anatomie der Blätter von Bupleurum (Dissertation, Leipzig 1 887). Briquet, Monogr. Bupl. alp. marit. (1 897). Derselbe, Exam. crit. de la theorie phyllod. des feuilles entieres Ombell. terrestr., in Bull. Herb. Boiss. V. (1 897) 424—443. Derselbe, Sur la car- pologie et le Systeme du genre Ehyticarpus 1. c. 444 452. David, Etüde anat. genre Bupleurum (Paris 1901). Nestel, Beiträge zur Stengel- und Blattanatomie der Umbelliferen (Dissertation, Zürich [1905]) 67 7t.

Character. Flores semper in umbellas compositas dispositi. Fructus raro sub- globosus, plerumque ovoideus usque oblongo-cylindraceus, apice obtusus vel ± attenuatus sed numquam in rostfum manifestum productus, transverse plerumque quam ad com- missuram ± constrictam longior. Mericarpia sectione transversaria subrotundata usque subpentagono-rotundata. Juga primaria raro subinconspicua, plerumque manifesta, filiformia usque alata, inter se ± aequalia vel rarissime jugis mericarpii alterius 3 alterius tantum 2 in alas latas expansis et ceteris tiliformibus valde inaequalia; juga secundaria in uno tantum genere, sed numquam magis quam juga primaria evoluta, in ceteris semper nulla. Vittae in unaquaque vallecula 1 usque numerosae, in fructi- bus maturis saepius ± vel plaue obliteratae, raro deficientes; vittae intrajugales semper solitariae, magnae vel parvae, saepius nullae. Pericarpium plerumque laeve vel rarius prominentiis quoad formam magnitudinemque valde variis obsitum, inter juga crystallis calcii oxalatici sub lente tantum optima visis plerumque destitutum, raro ad commis- suram eis in greges parvulos congestis praeditum. Endocarpium e cellulis =b par- enchymaticis haud vel vix induratis constructum. Mesocarpium nonnumquam cellulis subepidermaticis lignescentibus in strues dispositis fere ut nucis cortex induraturn. Garpophorum plerumque bene evolutum, rarissime ±; reductum. Endospermium ad commissuram planum usque leviter sed manifeste excavatum.

*) Editionem operis cl. Hoffmann primam, quae anno 1814 e prelo prodiit, non vidi- qua de causa semper editionem secundam citavi.

A. Engler, Das Pflanzenreich. IV. (Embryopbjta siphonogaraa) 22S. ^

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2

Hermann Wolll'. L'inbelliferac-Apioideae-Ainmineae lieteroclitae.

VegGtationsorgane. Die Uniliellileren-Gattungen, welche der Gruppe der Ammineue heteroolitac^ der kleineren Abteilung der an Gattungen so reichen Apioideae-Ärnmineue- (■arinae angehören, weichen durch ihre Tracht sowohl unter einander als auch von dem hei den Doldengewächsen am meisten verbreiteten Habitus z. in auffälliger Weise ab. Diese habituellen Verschiedenheiten haben ihren Grund vor allen Dingen in der außergewöhnlichen Form der Blätter, weniger häufig auch in der Anordnung derselben. Dazu kommen morphologische Verhältnisse, die durch die längere oder kürzere Fehensdauer der einzelnen Arten bedingt werden: so sind es Itesonders die halbstrauchigen oder seltener auch fast strauchartigen Formen, welche so ganz aus dem Hahmen der meist recht gleichförmigen Habitusbilder heraustreten, die wir bei der großen Mehrzahl der Umbelliferen-Gattungen zu sehen gewohnt sind.

Die Arten von Liehtensteinia, Ituthea und Buniotrinia sind ausdauernde Stauden, die Tr»«/a-Arten zierliche, mehrjährige, monocarpe Pllanzen, die sich dadurch aus- zeichnen, dass in der Regel männliche und weibliche Blüten auf verschiedene Pflanzen verteilt sind. Die einzige Art der Gattung Nirarathamniis ist ein niederliegender Halb- strauch mit immergrünen Blättern. Die Bdiyticarpus-kri&xi sind meierhohe und höhere Halbsträucher oder (nach Briquet) auch Stauden, deren büschelig angeordnete Stengel- blätter eine gewisse Ähnlicbkeit mit Kieferimadeln haben. Fleteroynorpilia wächst nach Volkens bis zu einem ca. 6 m hohen und ca. 10 lan dicken baumartigen Strauche heran, dem die wenig zahlreichen, langen, aufrechten, mit rötlicher Rinde bedeckten Zweige ein außerordentlich schlankes Aussehen verleihen. Die jungen Zweige sind oft mit kurzhaarigem Flaume bedeckt, der sich bis zur Fruchtreife erhalten kann.

Innerhalb der Gattung Bupleurum herrscht ein Formenreichtum, der in Anbetracht der stets ganzrandigen Blattorgane aller .\rten und der wenig wechselnden Verhältnisse im Aufbau der Inflorescenzen übei'raschen muss, und der hervorgebracht wird durch den in der verschiedenen Lebensdauer der einzelnen Arten begründeten Gesamthabilus, durch eine von dem normalen Typus oft abweic)iende Verzweigung, durch die trotz der Ganzrandigkeit innerhalb weiter Grenzen sich bewegende l’orm der Blätter und nicht zuletzt auch durch die mannigfaltige Ausgestaltung der oft auffällig großen Blättchen <ler gemeinsamen und besonderen Hüllen.

Fast die Hälfte aller Bupleurum- kvitn sind einjährige, zierliche und niedrige {B. semi- composituni, B. Süitenisii, B. trichopodum u. v. a.) oder auch robustere und oft bis meterhohe Kräuter (z. B. B. jioieeum, B. affine).

Eine Anzahl von Arten sind Stauden; nur eine einzige Art, B. exaltaium , scheint mehrjährig (zweijährig?) und monocarp zu sein. Aber auch hier kommt es meist zur Ausbildung von ausdauernden Individuen, wenn die Pflanze von den niederen Lagen bis in die subalpine oder alpine Region aufsteigt. Die übrigen Arten sind niedrige oder bis 2 m Indie Halbsträucher.

Die einjährigen [Bup)leurum-)kri(m haben lange, dünne Pfahlwurzeln mit meist wenig entwickelten Nebenwurzeln. Bei den Stauden [Liehtensteinia^ Ttuthea, Bupleurum) verholzt das ganze Wurzelsystem in stärkerem oder schwächerem Grade und mit ihm der Stengelgrund: es entsteht in vielen Fällen ein Verbindungsglied zwischen oher- irdischem Stengel und Wurzel caudex intermedius , das besonders bei einigen Biipleurum-kvien eine starke Ausbildung erfährt. Bei einigen Arten ist dieser Teil des Stengels stark gestauchl, kurz und dick [B. petraeum, B. stellatum], bei anderen hingegen s(dir verlängert, dünn und oberwärls mehr oder weniger verzweigt. Er lebt halb ober- und halb unterirdisch und ist mit den Resten der abg('storbcnen Grundblätter dicht oder locker bedeckt und dokumentiert dadureb, wenigstens im oberen Teile, stets seine Zugehörigkeit zum Stamm. Oft nimmt er das Aussehen eines Rhizoms an und gebt ohne scharfe Grenze in die Wurzel und den Stengel über.

Bupleurum-kvlcu, die au Felsen und in felsigem Geröll leben, haben oft außer- ordentlich lange, strangarlige Wurzeln, die tief in die Si)altcn des Gesteins eindringon (B. lineurifoliuin, B. Mundtii)] &\ie\\ hA Liehtensteinia linden sich nach Bolus solche Wurzeln. Die Wurzel von Bupleurum rigidum ist fast rübenförmig verdickt, verbolzt.

Hermann

Umbellifcrae-Apioidcae-Ammineae licteroclilac.

3

Die Wurzeln der Halbsträucher zeigen keine Besonderheiten, sie sind meist sehr verzweigt und naturgemäß vollständig verholzt. Bei einigen Bupleurum-Kvlm gehen sie ober- wärts oft in einen stark entwickelten Mittelstock über, wobei dann die Ausbildung eines deutlich gesonderten Stammes unterbleiben kann [B. acutifolium, B. Choulettü).

Die Trinia-kvien zeichnen sich durch eine mehrjährige, meist kurze, rübenföi’mige Wurzel aus, die nach der Fruchtreif'e vollständig abstirbt; nur bei den alpinen Arien scheint es zur Entwicklung eines mehr verlängerten und teilweise verholzten (aus- dauernden?) Wurzelsystems kommen zu können.

Die einjährigen [Bupleuriivi] und mehrjährigen monocarpen Arten [Trinid] haben stets nur einen einzigen, meist dünnen, rundlichen oder seltener kantigen, feingestreiften, vom Grunde ab oder nur oberwärts verzweigten Stengel, der in der Jugend markhaltig ist, später aber meist hohl und daher leicht zusammendrückbar wird. Bei Trinia haben die männlichen Pflanzen im allgemeinen einen zarteren und kürzer verzweigten Stengel als die fruchttragenden Pflanzen, die sich außerdem oft durch auffällige, verkehrt pyramidenförmige Wuchsform auszeichnen. Die ständigen Arten bringen meist mehrere, härtere und dickere, mehr oder weniger verzweigte Stengel hervor.

Bei einjähi’igen wie ausdauernden Arten der Umbelliferen findet bei der Verzwei- gung in der Regel eine starke Bevorzugung der Hauptachse statt , welcher gegenüber die Seilenachsen an Bedeutung oft sehr zurücktreten (Drude, a. a. 0. 67). In dieser Weise sind die meisten der hierher gehörigen Arten verzweigt. Bupleuruni pteiraeum^ und weniger ausgesprochen auch B. stellatum zeichnen sich sogar durch blattlose, un- verzweigte oder nur oberwärts verzweigte, fast schaftartige Stengel aus.

Von der normalen Art der Verzweigung weichen dagegen eine größere Anzahl von Bupleurum-kvien ab. Es findet hier eine so bedeutende Förderung der Seiten- achsen statt, dass diese an Dicke und Länge dem über ihnen stehenden Teile der Hauptachse nur wenig nachgeben; letztere wird an der Austrittsstelle jeder Seitenachse von der senkrechten Richtung um ein bedeutendes abgelenkt. Auf diese Weise kommt eine ausgesprochen gabelig-pseudodichotome "N erzweigung zu Stande, die meistens auch noch in den letzten Seitenachsen ausgebildet ist. Die Terminaldolde ist dabei fast immer und oft in hohem Grade- übergipfelt. Bei einigen Arten [B. cappadocicuDi, B. Koechelii) wird außerdem an den oberen Verzweigungen die jedesmalige Seitenachse nicht zu einem mehr oder weniger verzweigten, beblätterten und doldentragenden Sprosse ausgebildet, sondern es kommt nur zur Entwicklung eines beblätterten Kurztriebes, und durch diese Verkürzung der Seitenachsen erscheinen die Zweige, besonders oberwärts, stark im Zickzack unter einem rechten oder stumpfen W'inkel hin- und her- gebogen.

Eine besondere Besprechung verdienen noch die Verhältnisse, welche die Gesamt- verzweigung bei Bupleurum nodiflorum und wenn auch weniger deutlich entwickelt bei B. hrevieaide bietet. Hier ist die unverzweigte, stark gestauchte Hauptachse sehr kurz und von einer Dolde, der Terminaldolde ersten Grades, die sich früh entwickelt hat, begrenzt. Es findet dann eine sehr starke Förderung der beiden ersten Seiten- achsen statt, welche die Hauptdolde ganz bedeutend übergipfeln, und zwar stehen diese Seitenachsen dadurch, dass das zwischen ihnen liegende Stück der Hauptachse sehr kurz ist, scheinbar gegenständig und mit ihnen die beiden Stützblätter; die Haupt- dolde sitzt in der Gabelung, welche von den Seitenachsen gebildet wird; letztere ver- zweigen sich dann in gleicher Weise wie die Hauptachse, so dass das sehr verkürzte Stück der jedesmaligen Primärachse in die Pseudo-Gabelung der sekundären Achsen zu sitzen kommt. In ähnlicher Weise erfolgt die Verzweigung aller Achsen niederen Grades. Abweichungen finden nur insofern statt, als hier und da eine Seitenachse unterdrückt wird. Die Gesamtverzweigung nimmt, wie sich Drude (a. a. 0. 67) ausdrückt, den Charakter »einer trugdoldigen Spirre wie bei den Juncacecn« an. »Es ist noch zu beachten, dass die Hauptachse rasch zur Doldenbildung schreitet und dass also streng genommen an ihr die Doldenstrahlen mit ihren Einzelblüten oder die Dolden II. Ordnung als erste Seitenachsen erscheinen.« Der Stamm der halbstrauchigen Arten

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Hermann WoHi’. Umbelliferae-Apioideae-Ammineae heteroclitae.

bleibt vielfach niedrig und kurz verzweigt {Bupleurum spinosuni u. a., Nirarathamnus), erreicht aber auch in manchen Fällen eine Höhe von 1 2 m {Bupleurum, lihyti- carpus] und zeichnet sich bei B. dumosum und einigen anderen Arten durch bis meterlange Zweige aus. Ihre oft sehr verlängerten, verzweigten und beblätterten In- llorescenzen sterben nach der Fruchtreife immer bis auf ein kurzes, verholzendes Basal- stück ab. Hierdurch charakterisieren sich alle diese z. T. strauchartigen Holzgewächse als echte Halbsträucher.

Bupleurum spinosuni zeichnet sich dann noch dadurch aus, dass die Seitenachsen der Blutenstände zum Teil steril bleiben und sich schon frühzeitig zu mehr oder minder deutlich entwickelten Dornen umbilden, ln ähnlicher Weise verhärten zur Zeit der Fruchtreife die Doldenstrahlen und bleiben, nachdem die Döldchen abgefallen sind, bis zur nächsten Vegetationsperiode und noch länger erhalten.

Alle Halbsträucher scheinen kein hohes Alter zu erreichen. Ein ausnahmsweise dicker Stamm von B. spinosum zeigte 8 Jahresringe; es ist natürlich nicht aus- geschlossen, dass einzelne Arten oder Individuen eine längere Lebensdauer haben. Nach Volke ns wird Iletcromoipha, die sich wie viele andere Bestandteile der afrikanischen Buschformation, durch ein sehr schnelles Wachstum auszeichnet, etwa 7 8 Jahre alt; ihr Holz bleibt immer sehr weich, fast schwammig-korkartig.

Blattorgane. Die Blätter von liuthca, Trinia und Buniotrinia weichen von dem Blatttypus, den man als den normalen bei den Umbelliferen bezeichnen kann, nicht ab.

Bei allen Trinia-krien ist die Spreite entfernt einfach bis dreifach fiederteilig, und ihre Blättchen sind in meist zahlreiche, schmal lineale, im Leben fast fleischige, oft sehr verlängerte, am Bande nicht selten rauhe Abschnitte geteilt. Bei Rutliea BurchellH stehen die primären und sekundären Fiedern der dreifach gefiederten Blätter so dicht, dass sie sich etwa bis zur Mitte fast dachziegelartig decken, wodurch die Pflanze ein auffallendes Aussehen erhält. W'esentlich anders liegen dagegen z. T. die Verhältnisse schon bei der Gattung Lichtensteinia. Die von einem ungewöhnlich dicken Blattstiele getragene handgroße Spreite von L. lacera ist nur an der Spitze mehr oder weniger tief zerrissen-gelappt-gezälmt, im übrigen aber ungeteilt. Bei L. trifida hat die große,

lederige, 3 5-fach handförmig geteilte Spreite eine auffällige Ähnlichkeit mit den Blättern gewisser Eryngium-k\'[en. Die übrigen Lielitensteinia-Ai'len besitzen einfach bis doppelt- unterbrochen gefiederte oder auch gedreite Blätter.

Die lederigen Blätter von Nirarathamnus sind gestielt, ganzrandig, am Rande leicht eingerollt, ihre Nerven handförmig angeordnet. Die Blattlörm erinnert an die von Pirola rotundifolia.

Außerordentlich interessante A’erhältnisse finden sich bei der Gattung Bhyticarpus. Die grundständigen Blätter von Rh. difformis haben eine dünne, freudiggrüne, 2 3-fach bandförmig geteilte Spreite. Schon au diesen Blättern treten oft mehr oder weniger starke Reduktionen der eigentlichen Blatlfläche auf, die an den Stengelblättern eine um so größere Ausdehnung gewinnen, je höher dieselben inseriert sind. Dabei werden die Blattstiele starr, stäbchenartig, und die den Abschnitten der unteren Blätter entsprechenden Teile der Sjireite schwinden bis auf meist kurze, gleichfalls stäbchen- förmige, cylindrische »Blattstielcheu«. Die Spindel erscheint dadurch, dass an den An- satzstellen der »Fiedern« seichte oder auch tiefe Einziehungen sich befinden, deutlich gegliedert. Die Unterdrückung der Fiederung kann noch weiter fortschreiten, bis schließ- lich ein starres, Kiefernnadeln nicht unähnliches, bis 2 0 cm langes Gebilde entsteht, das unterwärts rundlich, oberwärts kantig ist und in eine ganz kurze Si>itze ausläuft und strenggenommen aus Blattstiel und Spindel besteht. Nach Briquet kann man diese Blattorgane mit den Phyllodien der i-habdophyllodinen Acacien vergleichen (Fig. U. Diese mehr oder minder reduzierten Blätter sind büschelig angeordnet und stehen in der Regel zu 6 10 auf einem Kurzspross zusanuueu. Der Stiel des äußeren Blattes ist kurzscheidig verbreilert stengclumfassend und schließt die ül)rigeu Blätter oder Phyllodien, die am Grunde kaum oder nur wenig verbreitert sind und die unter einaniler

Hermann WoKT. Umbelliferae-Apioiclcae-Ammineae lieteroclitae.

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gleiche Länge haben oder nach dem Stengel zu an Größe schnell und bedeutend ah- nehinen, vollständig ein.

Durch diese huschelige Anordnung tritt die Ähnlichkeit der Phyllodien mit den Nadeln mancher Kiefernarten noch mehr hervor.

In ähnlicher Weise verhalten sich die Blätter bei R. rugosus und R. swellenda- mensis. Bei der ersteren Art scheint meist keine so weit gehende Reduktion wie bei R. difformis stattzufinden: auch an den oberen Stengelblättern ist hier (immer?) noch eine mehr oder weniger deutliche Fiederung zu erkennen. Blattstiel und Spindel sind angeschwollen verdickt und zeigen einen rundlichen Querschnitt. Auffallend ist bei beiden Arten der starke Wachsüberzug an den Achsen und Blattorganen.

Die Blätter von Heteromorpha sind gestielt. Die Spreite ist unpaarig einfachge- liedert, mit 2 3 ( -1 nach 0. Kuntze) Fiederpaaren, oder dreizählig oder ganz einfach. Die Blättchen oder das Blatt laufen immer deutlich am Stiele herab, sind im allgemeinen eiförmig, lanzettlich oder fast linear, zugespitzt oder stumpf oder vorn leicht ausgerandet, von dünn-lederiger Beschaffenheit, ganzrandig oder seltener undeutlich

Fig. 1. Ä Grundständiges Blatt von lihytiearpus difformis mit normaler Teilung. B Giund- blatt mit reduzierter Spreite. C Dreiteiliges Stengelblatt mit den Rudimenten der in B unter- drückten Teile. JD Dreiteiliges Stengelblatt mit cylindrischen Abschnitten. E Stengelblatt bis auf den Blattstiel und die Spindel reduziert, mit kurzen Rudimenten an der Spitze. F Stengel- blatt vollständig bis auf ein einfaches rhabdopbylloides Stäbchen reduziert. (Nach Briquet;

etwas schematisiert.)

gekerbt und am Rande verdickt, von einer dicht oder locker fiedernervigen Rippe durch- zogen. Es ist stets ein deutlicher Randnerv vorhanden.

Zwischen dem einfachen und gefiederten Blatte sind zahlreiche Übergänge vor- handen, die durch mehr oder weniger deutliches Zusammenfließen der Fiederblättchen entstehen. Individuen, die nur eine Blattform aufweisen, scheinen selten zu sein; im allgemeinen sind die unteren Blätter gefiedert oder dreizählig, die oberen einfach ; häufig sind die Blätter büschelig angeordnet.

Die Gattung Bicpleurum hat durch ihre ganzrandigen, meist undeutlich gestielten Blätter schon frühzeitig die Aufmerksamkeit der Botaniker auf sich gezogen. A. P. De Ca n dolle*) hat zuerst versucht, die Natur dieser Blattorgane zu erklären, indem er dieselben als spreitenlose Blattstiele von phyllodinem Charakter ansprach. Neuerdings haben Klausch, Briquet und David sich eingehend mit den anatomischen und morphologischen Verhältnissen dieser Blätter beschäftigt und gezeigt, dass es sich hier um echte Blätter handelt. Dieselben weichen bei der Mehrzahl der Arten durch den Verlauf der Nerven auffallend von dem allgemeinen Typus der Dikotylenblätter ab, und ihre Ganzrandigkeit ist deswegen von besonderem Interesse, weil doch gerade die meisten Ümbelliferen-Gattungen sich durch mehr oder weniger geteilte (gefiederte) Blätter auszeichnen.

*) A. P De Candolle, Organographie vcgetale I. ('1827)283.

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Hermann Wölfl'. Umbellifciac-Apioideae-Ammineae lieteroclilae.

Bei den einjährigen und ständigen Arten stehen die Blätter am Grunde des Stengels und hei den llalhsträucliern an der Basis der Jüngsten Sprosse mehr oder weniger dicht gedrängt. Bei B. distichopJiylliim sind die unteren Stengelblätter derartig an- geordnet, dass eine Zweizeiligkeit vorgetäuscht wird. Bei B. dumosum, B. salicifolimn und hei einigen anderen halbstrauchigen Arten zeigen die Blätter z. T. eine huschelige •Anordnung, weil einzelne, besonders untere Seitenachsen nach Art von Kurztrieben ein ganz begrenztes Längenwachstum haben. *

Verhältnismäßig wenige Arten besitzen deutlich gestielte untere Blätter; die oberen Blätter aller Arten, mit Ausnahme von B. lanceolatum und B. fruticosum sind sitzend, vielfach am Grunde verbreitert und oft mit herzförmiger Basis mehr oder weniger tief stengelumfassend (z. B. B, longifoliiim, B. angulosmn).

Bei B. rotundifolium und dessen A'ei’wandten sind sämiliche oberen Blätter im unteren Teile oder nahe dem Mittelpunkte vollständig durchwachsen.

Die Form der Blätter ist bei den einzelnen Arten meist ziemlich konstant, inner- halb der Gattung aber, wie schon oben erwähnt, sehr wechselnd. Zwischen schmal- linearen, oft sehr verlängerten , grasartigen und fast kreisrunden , ansehnlich großen Blättern finden sich außerordentlich zahlreiche Zwischenstufen, und zwar haben die Xerophj'ten der Gattung in der Regel die schmälsten Blätter, während Arten, die sich schattigen und halbfeuchten Standorten angepasst haben, meist breite Blattformen zeigen Es finden sich jedoch aucli die umgekehrten Verhältnisse.

Bei den einjährigen Arten und Stauden sind die Blätter meist dünn, nur sel- ten derb. Die Halbsträucher dagegen zeichnen sich immer durch solche von mehr oder weniger lederartiger Konsistenz aus. Der Blattrand ist hier zuweilen knorpelig verdickt.

Im Gegensatz zu den übrigen Gattungen und auch den meisten anderen der ganzen Familie der Umbelliferen ist die Blattnervatur bei Buplmrum für die Systematik dieser Gattung von ausschlaggebender Bedeutung. Die .Mehrzahl der Arten besitzt mehrnervige Blätter. Die Nerven sind schon im Blattstiele gesondert und haben in der Blattfläche im allgemeinen einen annähernd parallelen oder schwach-handförmig divergierenden Verlauf oder eine fächerförmige Anordnung bei den Arten, deren obere Blätter stengel- umfassend sind, ln der Regel sind die Nerven gleichmäßig über die Spreite verteilt, nur bei wenigen Arten verlaufen sie in einem meist scbmalen Mittelfelde, das nach der Spitze zu immer mehr an Breite abnimmt. Schließlich giebt es noch einige Arten mit einrippigen Blättern. A'on den llauptnerven gehen stets Venen (Nerven zweiter Ordnung) ab, die bei manchen Arten ± fiedrig angeordnet sind, und in allen Fällen ist ein mehr oder weniger ausgebildetes Adernetz vorhanden, das bei gewissen Arten besonders im Randteile der Spreite eine außerordentlicb zierliche und charakleristische Ausbildung erfährt.

B. tenue zeichnet sich vor allen anderen Arten dadurch aus, dass der größere Teil der Arenen blindsackartig endet und mit ihnen die verbreiterten Sekretkanälcben : die Blätter erscheinen dadurch dem unbewaffneten Auge schwach punktiert. Oft ent- springt zwischen je zwei llauptnerven aus dem Adernetze ein viel schwächerer und jenen gleichgerichteter, meist leicht geschlängelter Nerv, der nach längerem oder kürzerem A'er- lauf aufhört (z. B. B. faJcatum^ B. ranuncidoidcd).

Die Blätter der meislen Arten haben außerdem einen Randnerv, der entweder zugleich mit den übrigen Nerven in die Blattspreite bezw. den Blattstiel einlritt, oder der aus dem randständigen Teile des Anastomosennelzes hervorgeht, sehr häufig aber auch bei mehr oder weniger parallelnervigen Blättern einfach durch den äußeren Seiten- nerven, der sich in seinem weiteren Verlaufe dem Blattrand sehr genähert und dadurch den Charakter eines Randnerven angenommen hat, vertreten wird. Rei manchen Arien lässt sich das Vorhandensein eines Randnerven mit Sicherheit nur auf dem Qucrsclmilte bei entsprechender Vergrößerung feslstellen.

Nach dem A'organge von Godron und Briquet lassen sich nun nach Anordnung der Blattnerven (in den unteren Blättern) folgende llaupttypen unterscheiden:

lleruiann WollV. Umbelliferae-Apioideae-Ammineae hcteroclitae.

T

1. Aiiastoniosen-'l’jpus type anasloiiiose (Hiäquet) i'ypus des B. rv- tuHdifoliiun-'^^XOiiies. Intere Blätter meist groß, länglich bis eilörmig-lanzettlich, oft iindeullich gestielt; die seitlichen Nerven im unteren Blaltteile einander fast parallel, dann in einem Bogen, der gegen den undeutlich gefiederten, wenig stärkeren Miltei- nerven geöffnet ist, nach dem Blattrande zu divergierend, unterwärts kaum, oberwärts reichlicher durch locker gestellte horizontale oder schräge Anastomosen, welche trapez- oder rautenförmige Felder der Spreite begrenzen, untereinander verbunden. In der Nähe des Blattrandes lösen sich die llauptnerven in bogenförmige, zierlich geschwungene Anastomosen auf. Ein eigentlicher Randnerv fehlt. Die Nerven der oberen, durchwachsenen Blätter gehen gleichmäßig strahlenförmig auseinander, verhalten sich im übrigen fast ebenso, wie diejenigen der unteren Blätter.

B. longifolium und B. loncjiradiatum unterscheiden sich von diesem Haupttypus zunächst dadurch, dass bei ihnen die oberen Stengelblätter niemals durchwachsen, son- dern nur tief herzförmig stengelumfassend sind. Außerdem besitzen bei B. longifolium die Seitennerven in allen Blättern fast vom Blattgrunde ab ein zierliches Venennetz, das besonders in den Randteilen der Spreite eine reiche Ausbildung erfährt; die Haupt- nerven in den Blättern von B. longiradiatum dagegen sind durch zahlreiche, horizontal verlaufende, kaum verästelte Venen (Nerven zweiter Ordnung) miteinander verbunden. Ein Randnerv fehlt auch hei diesen beiden Arten stets.

2. Netzadriger Typus type reticule Typus des B. stellatun i-E\dXies. Entere Blätter linear bis länglich-schmallanzettlich, von einem starken, oberwärts ent- fernt- und langgefiederten Mittelnerven und mehreren, demselben sehr genäherten und vollständig parallelen, schwächeren Seitennerven durchzogen; letztere biegen im oberen Blattteile oder auch schon früher plötzlich nach dem Rande zu ab. Der obere Blatt- teil ist also einnervig. Zwischen dem Blattrande und den Seiten- hezw. Mittelnerven und deren Fiedern ist ein ausgezeichnetes, längsgerichteles, großmaschiges und doch zierliches Anastoinosennetz ausgebildet, das in der ganzen Länge der Spreite mit dem kräftigen Randnerven in Verbindung steht und in dem die Seitennerven aufgehen, ohne den Rand zu erreichen. Die oberen Blätter sind mit deutlich herzförmigem Grunde stengehimfassend, ihre meist zahlreichen Nerven bandförmig angeordnet.

3. Der Typus des geradlinigen Nervenverlaufs type rectinervie um- fasst die meisten Arten der Gattung. Blätter schmal lineal bis fast kreisrund. Die Nerven, von denen in den unteren Blättern mindestens 3, im Höchstfälle 19 (ob mehr?) vorhanden sind, durchziehen, einander parallel, die Spreite oder divergieren in einem meist leichten, gegen den Mittelnerven offenen Bogen. Ein Randnerv ist stets vor- handen, oft undeutlich und nicht immer unmittelbar am Rande selbst verlaufend, oder nur im oberen Teile der Spreite. Bei diesem Typus ist das Anastomosensystem sehr wenig und vorzugsweise im oberen Blattleile ausgebildet. Nur bei B. plantaginifolium sind die Nerven vom Grunde ab durch zahlreiche, auffällige, fast horizontal verlaufende Venen mileinander verbunden.

Die oberen Blätter sind oft mit verbreiterter Basis mehr oder weniger stengelum- lässend. Die Zahl ihrer band- oder fächerförmig angeordneten Nerven beträgt bis fä.

Von diesem Typus weicht die Blattnervatur von B. rigidmn in mehreren Funkten ab. Die Blätter sind von (3) 5 I 1 anscheinend gleichwertigen Nerven durchzogen, deren äußerer aus dem Blattstiele in die Spreite eintritt und als dicker, stark hervortretender Randnerv in derselben bis zur Spitze verläuft. Die übrigen scheinbar seitlichen Haupt- nerven entspringen auf der Oberseite des Blattes aus dem Mittelnerven und durchlaufen die Spreite in einem großen Bogen, der nach dem Mittelnerven zu geöffnet ist, indem sie ihrerseits mehr oder weniger starke, dem Verlauf nach dem Mittelnerven annähernd gleichgerichtete Nerven zweiter Ordnung abgehen, die untereinander und mit dem Seiten- nerven erster Ordnung durch locker gestellte, sehr kräftige Anastomosen verbunden sind. Auf der Blattunterseite treten sämtliche (Haupt-)Nerven gesondert aus dem Blatt- stiele in die Spreite ein und verhallen sich weiterhin ebenso wie die Nerven auf der Oberseite des Blattes. Das Blatt von B. rigidum ist demnach ein ausgesprochenes

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Hermann WolCf. Umbelliferae-Apioideae-Ammineae hoteroclitae.

»fuliuni heteroneurum«, oherseits entfernt fiedernervig bis fast doppelfiedernervig, unter- seits mehr oder weniger parallelnervig.

Jedoch nur Blätter mit breiter Spreite lassen diese Verhältnisse deutlich erkennen: Je schmaler die Blattspreite, um so mehr nähert sich iler Nervenvcrlauf dem normalen geradlinigen Typus.

4. M itte Ir ip pen-Typ u s Costaltypus. Die Blätter sind von einer starken, sehr locker [B. foliosum) oder dicht [B. fruticosum) fiedernervigen Mittelrippe durchzogen. Die Nerven verlaufen ungeteilt bis zum Blattrande oder lösen sich vor demselben in ein ausgezeichnetes, kleinmaschiges Anastomosennetz auf, aus dem ein undeutlicher Randnerv hervorgeht. Im unteren 'feile der Spreite befinden sich außer- dem noch zu beiden Seiten der Mittelrippe und derselben parallel je 1 3 zarte Längs- nerven, die auf der Blattoherseite oft kaum sichtbar sind und schon vor der Mitte des Blattes verschwinden. Diese Art der Blattnervatur weicht nicht wesentlich von dem normalen Dikotylen-'fypus ah.

Die Anordnung der Nerven in den unteren Blättern ist für jede Art stets so konstant und so charakteristisch, dass niemals Zweifel darüber bestehen können, welchem der oben beschriebenen Blattnerventypen eine Art angehört. Dagegen macht Briquet darauf auf- merksam, dass die Nerven in den oberen Blättern und in den Blättchen der Hüllen und llüllchen vielfach mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Übergänge zwischen den be- schriebenen Typen bilden oder auch in ihrem Verlauf vollständig von diesen abweichen können. Dazu kommt noch eine bemerkenswerte Mannigfaltigkeit in Form und Größe der Hüllblättchen, die bei einigen Arten sogar von Wichtigkeit für die Systematik der Gattung sind. Alle Arten, welche dem Anastomosen- und netzförmigen Typus angehören (z. B. B. rutundifolium, B. longifolimn, B. stellatiDii) und eine Anzahl von Arten, deren Nerven geradlinig veidaufen (B. petraeum, B. rammeuloides u. a. m.), zeichnen sich fast stets durch große, länglich-elliptische bis fast kreisrunde, leicht konvexe, auffällig gelb- lich oder grüngelblich, selten rein grüngefärbte Blättchen aus. Ihre Nerven, 3 9 (l3) an der Zahl, sind schwach bandförmig angeordnet und entweder gleichmäßig über die ganze Fläche der Blättchen verteilt und besonders oherwärts verästelt, oder nur auf das Mittelfeld beschränkt, während der Randteil von den Venen des äußeren Seitennerven ausgefüllt wird. Hierbei kommt es durch Zusammenfluss dieser Venen oft zur Aus- bildung eines deutlichen Randnerven. Andere Arten wieder [B. jimceum^ B. fcdcatum u. s. w.) haben krautige, schmalpfriemliche bis schmallanzettliche, in eine längere oder kürzere Spitze ausgezogene, stets dreinervige Blättchen. Häufig sind die beiden Seiten- nerven so schwach, dass die Blättchen dem unbewaffneten Auge einnervig erscheinen; wirklich einnervige Blättchen kommen aber nur hei einigen halbstrauchigen Arten vor. Die Venen sind hier nur wenig entwickelt. Beide Typen sind durch Zwischenformen miteinander verbunden.

Bei B. glumaceum, B. divaricatmn und allen verwandten Arten sind die Blättchen der llüllchen, und weniger deutlich ausgeprägt auch die der Hüllen, ausgezeichnet spelzen- förmig, lang hegrannt oder nur kurz stachelspitzig, krautig oder häufiger mehr oder weniger trockenhäutig und lebhaft gelb gefärbt, schmal bis breit herandet, 3 9-nervig. Die Nerven sind auf einer oder seltener auf beiden Seiten mit zahlreichen kurzen und einfachen oder längeren und verzweigten, oft elegant bogenförmigen Venen vci’sehen, die den Nachbarnerven erreichen oder frei endigen und den Blättchen besonders zur Zeit der Fruchtreife, nachdem der häutige 'feil eine fast glasartige Beschalfenheit an- genommen hat, ein außerordentlich zierliches Aussehen verleihen. Bei einigen Arten bilden die zusammenfließenden Venen des äußeren Seitennerven nahe dem Bande je einen starken Sammelnerven.

Die Hüllblätter von B. fruticosum und B. gibralturicum zeichnen sich durch meist zahlreiche, oherwärts baumartig verzweigte Nerven aus.

Bei den übrigen Gattungen bestehen die gemeinsamen und besonderen Hüllen meistens aus kleinen, meist ganzrandigen Blättchen. Bei Trinia fehlen die Hüllen fast immer.

Hermann Wolff. Umbelliferae-Apioidcae-Amrnineae heteroclilae.

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rlic Hüllchen oft. Bei Ileteromorpha wachsen nidit selten einzelne Blättchen der all- gemeinen Hüllen zu laubblattartigen Gebilden aus.

AnatomiB. Die anatomischen Verhältnisse einer großen Anzahl von Bupleurum- Arten sind von Klausch, Briquet und David untersucht worden. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studien sind folgende:

a) Die innere Struktur der Wurzeln zeigt keine Besonderheiten; nach David be- sitzen einige Arten im Phloem mehr oder weniger zahlreiche, zerstreute Sekretkanäle.

b] Der krautige Stengel der einjährigen und ausdauernden Arten ist, ebenso wie die Blätter, nicht selten mit einem Wachsüberzuge versehen, der den Pflanzen ein meergrünes Aussehen verleiht. Der Stengel ist auf dem Querschnitte meist rundlich, fein gerillt, seltener kantig, mit nach außen vorspringenden, oft abgerundeten Ecken. Die Epidermis besteht aus Zellen, die in der Richtung des Stengels gestreckt sind. Die äußere Wand derselben ist in schwächerem oder stärkerem Grade verdickt und cuti- cularisiert ; die radialen Wände erfahren meist nur eine geringe, die inneren fast gar keine Verdickung. Spaltöffnungen sind immer vorhanden. Unter der Epidermis liegen, auf die ganze Peripherie des Kreises verteilt, stärkere und schwächere collen- chjmatische Säulen, welche den Kanten und Streifen des Stengels entsprechen und bei den verschiedenen Arten an Zahl und Dicke sehr wechseln; sie geben neben den Leit- bündeln das mechanische Stützgewebe für die meist langen, dünnen und biegsamen Stengel ab. Dieses Collenchym ist das für die Familie der Umbelliferen am meisten bemerkenswerte mechanische Gewebe und durchaus keine Eigentümlichkeit unserer Gattungen.

Zwischen diesem System von collenchymatischen Elementen liegen gleichsam als Gurtungen, welche die Säulen untereinander verbinden, 2 3-schichtige Chlorenchym- bänder aus dichtgestellten kugeligen oder mehr polyedrischen, selten langgestreckten Zellen. Die Ausbildung dieses chlorenchymatischen Stengelgewebes steht in direktem Verhältnisse zu der Größe der assimilierenden Blattfläche, und je größer die letztere, um so früher tritt das Chlorenchym des Stengels außer Funktion. Zwischen den Collen- chymsträngen und den Leitbündeln liegen die für die Umbelliferen so außerordentlich charakteristischen und die Leitbündel in alle Organe begleitenden, auf schizogenem Wege entstandenen Sekretkanäle. Bel der Gattung Bupleurum scheinen diese rinden- ständigen Sekretkanäle, die sich meistens durch ein weites Lumen auszeichnen, vor- wiegend in der Einzahl vorhanden zu sein; selten finden sich deren mehrere.

Die Leitbündel zeigen, wie allgemein bei den Umbelliferen, den normalen Typus der Dikotylen. Zwischen die Leitbündelstränge sind überall große Massen stereoma- tischen Gewebes eingeschoben, das die Stränge an Ausdehnung meist bedeutend über- trifft. Der stärker oder schwächer ausgebildete Markkörper bleibt bei manchen Arten erhalten, bei anderen schwindet er schon frühzeitig. In demselben finden sich die bei den Umbelliferen fast allgemein verbreiteten und nach Nestel h€\ Bupleurum nur dem B. ranunculoides, nach David und Briquet noch mehreren anderen Arten fehlenden markständigen Sekretkanäle, die bei dauerndem Mark ilurch den ganzen Markkörper zei-- streut sein können, bei Arten mit hohl werdendem Stengel aber mehr auf die Peripherie des Markgewebes beschränkt bleiben sollen.

Die Anatomie der Achsen der Ilalbsträucher unterscheidet sich beträchtlich von der der einjährigen und ständigen Arten.

Nach Nestel*) ist bei B. fruticosum die Außenwand der Epidermiszellen sehr stark verdickt. »Die Cuticulaschicht tritt deutlich hervor, das Collenchym ist nicht in einzelnen Bündeln vorhanden, sondern es zieht sich als breiter Ring unter der Epi- dermis hin. Die Zellen sind sehr groß und nicht sehr dick, sie füliren etwas Chloro- phyll. Das Libriform bildet einen sehr breiten Ring, der durch ein interfasciculäres Cambium immer neuen Zuwachs erhält. Der Stereomring ist nach dem zweiten der von

*) Nestel, a. a. 0. 69, 70.

10 Jlermann WollF. Urnbclliferac-Apioideae-Ainmineae heteroclitae.

OiMiilc (a. a, 0. 72 79) lur die Stamiriaiiatornie der I nibelliferen aufgestellten llaupt- tvpen gebaut. Die Libriformfasern sind sehr stark verdickt und verholzt. Die Leit- biindel durchsetzen den breiten Libriformring. Die primären Bündel sind ziemlich breit. Die Leptome berühren einander. Die lladrome sind radial sehr gestreckt. Sekretkanäle finden sich zahlreich unter dem Collenchyrnring. « ln ähnlicher Weise ver- halten sich mil geringeren oder stärkeren Modifikationen die Struklurverhältnisse bei anderen halbstrauchigen Arten.

Die Stellung der Blätter ist bei der Mehrzahl der Baiüeumin-Xyi^n eine mehr oder weniger aufrechte. Sie nehmen Profilstellung an, und infolgedessen wird die In- solation auf ein geringes Maß herabgedrückt. Da die Kinwirkung des Sonnenlichtes dann auf beide Seiten der Blätter eine ziemlich gleichmäßige ist, so ergiebt sich als natürliche Folge, dass der Blattbau vielfach ein annähernd isolateraler ist. (Klausch).

Bei dem ausgesprochenen Xerophyten-Charakter einer großen Anzahl von Arten kann es nicht auffallen,